Schloss Miramare, Triest



„Oh, Miramare, an deinen weißen Türmen/haftet der Regenhimmel/Finster wie dunkle Vögel/kommen die Wolken.“ So besang Giosuè Carducci den weißen Stein des Castello di Miramare.

Dieses Symbol Triests ist von fast allen Stellen der Stadt aus und vom umliegenden Karstgebirge weithin zu sehen. Sein Baumeister von 1856-1860 war der Architekt Carl Junker, der es als Liebesnest für Prinzessin Charlotte von Belgien und ihren Gemahl Ferdinand Maximilian Joseph Maria von Österreich konzipierte. Die Geschichte hielt ein anderes Schicksal für sie und das Schloss bereit. Und auch nach der Hinrichtung Maximilians in Mexiko verstarb keiner der späteren Bewohner von Miramare eines natürlichen Todes. Bis heute heißt es, dass Verliebte die Türschwelle des Schlosses niemals gemeinsam überschreiten sollen.

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aus dem Buch Tod auf der Warteliste
Er nahm die Jacke vom Haken und ging den Weg durch die Weinberge zur Via del Pucino hin- auf. Im Südosten sah er die Lichter der Stadt und davor das hellgleißende Schloß Miramare. Irgendwann beschleunigte er den Schritt und stand nach kaum einer Stunde vor dem Zugang zum Schloßpark bei der ehemaligen Bahnstation von Miramare. Er kletterte über das hohe eiserne Tor und durch- querte den Park, den Maximilian einst mit Bäumen aus aller Welt bepflanzen ließ, bevor er als glückloser Kaiser von Mexiko sein Leben mit drei Einschußlöchern im Hemd bekrönte.


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