Riva Traiana, Triest



Mit der Einfahrt ins Zollfreigebiet beginnt das Areal des Neuen Hafens, der sich weit in die Bucht von Muggia erstreckt. Dort liegt auch der größte Kaffeehafen des Mittelmeers, der im Roman „Keine Frage des Geschmacks“ eine zentrale Rolle einnimmt. Am Terminal der Türkeifähren am Molo VII beginnt hingegen das Drama von „Tod auf der Warteliste“, wo die beiden rumänischen Zwillingsbrüder Vasile und Dimitrescu in einen kriminellen Handel mit menschlichen Organen verwickelt werden. Täglich bis zu vier Schiffe verbinden Triest mit Istanbul, Izmir, Mersin und anderen türkischen Häfen, die ausschließlich Schwerlastwagen transportieren und je vier Kilometer Straße an Bord haben. Die Überfahrt dauert circa sechzig Stunden, die Fahrer der etwa zweihundertfünfzig selbst sind nicht an Bord, es wäre verlorene Arbeitszeit. Chartermaschinen des Reeders bringen sie in die Türkei, wo sie bis zur Ankunft ihrer Fahrzeuge Ruhezeit haben.


aus dem Buch Tod auf der Warteliste
Mit dem Foto in der Jackentasche fuhr er zur LKW-Verladestelle an der Riva Traiana, wo werktags die Fähren mit Hunderten von Lastzügen nach Istanbul ablegten. Nach der letzten Verbindung am Samstag mußten die Fahrer warten, bis sie das erste Schiff am Montag morgen aufnahm. Enggeparkt standen die schweren Lastwagen auf den Parkplätzen vor der Einfahrt zum Zollgelände. Bei jedem Wetter bereiteten sich die Männer in kleinen Gruppen ihre Mahlzeiten zwischen den Fahrzeugen zu und schlugen die Langeweile tot. Die meisten waren Türken, aber auch Iraner, Rumänen und einige Moldawier zogen die Verbindung übers Meer dem langwierigen Landweg vor.


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