Osmizza, Carso



Die Osmizza ist eine besondere und weitverbreitete Institution auf dem Karst. Hier schenken kleine und große Winzer zu bestimmten Zeiten ihren Wein aus, dazu gibt es Schinken und Käse aus eigener Produktion. 1784 ermöglichte ein Dekret von Kaiser Josef II. diese für acht Tage jährlich steuerlich bevorzugte Einrichtung, an der man noch heute den Verlauf des einstigen Kaiserreichs erkennen kann: Besenwirtschaft, Straußwirtschaft, Buschenschank, Frasca, Privada – und hier eben die Reinform Osmizza: Acht Tage lang durften Winzer einst steuerfrei Wein ausschenken, acht auf slowenisch heißt „osem“, die Ableitung liegt auf der Hand. In diesen urigen Stuben trifft man Leute jeglicher Art, vom Universitätsdirektor bis zum Steinmetz – auch den Commissario Laurenti oder gar seinen Urheber.

Finden lassen sie sich leicht, in dem man an Straßenkreuzungen auf dem Karst nach einem Efeubündel mit einem farbigen Holzpfeil Ausschau hält und ihm bis zum Ziel zu folgen. Und wer sich vorher informieren will, findet Hinweise auch im Internet unter  Sito


aus dem Buch Tod auf der Warteliste
Laura gerne Streifzüge in die Wirtsräume der Weinbauern, die leicht zu finden waren, wenn man den Zweigen mit dem roten Holzpfeil folgte, die an den Kreuzungen überall auf dem Karst den Weg wiesen. Es war ein Dekret Josephs II. von 1784, das den Winzern erlaubte, für acht Tage ihren eigenen Wein direkt und steuerfrei zu verkaufen. Heute hatten sie einen Monat oder länger geöffnet. Hier im zweisprachigen Grenzgebiet leitete sich der Name von der slowenischen Zahl Osem, Acht, ab. Besenwirtschaft, Straußwirtschaft, Buschenschanke, Osmizza, Frasca – an diesen Namen erkannte man, wie weit sich einst die Macht der Habsburger erstreckte. Diese Kneipen, in denen man zum hausgemachten Wein gekochten Schinken mit frisch geriebenem Kren oder wilden Fenchelblüten, Salami, Käse, hartgekochte Eier und andere Kleinigkeiten zu essen bekam, waren gern besuchte Ausflugsziele der Triestiner. Für die Laurentis zählten die von Benjamin Zidarich und die seines Nachbarn Boris Škerk zu den schönsten im Umkreis. Und der März war der Monat von Zidarich.


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