Molo Venezia, Triest



Der Molo Venezia ist einer der ältesten Anleger der Stadt, und noch heute kann man dort die Fischer beobachten, die mit ihren speziellen Booten im Golf von Triest auf Fang gehen. Auch die Segelsportvereine liegen dort mit ihren Anlegern. Vom Molo Venezia lief in „Die Toten vom Karst“ der alte Seebär Ugo Marasi mit seiner Mannschaft bei schwerem Sturm aus, seine zwiespältige Tochter Nicoletta übernahm die Ladung und setzte sie nicht nur in ihrem Fischgeschäft ab.


aus dem Buch Die Toten vom Karst
Morgens ab fünf Uhr verhandelte sie mit ihrer dunklen und rauhen Stimme mit den Fischern am Molo Venezia und dirigierte die Verladung der Kisten in die Kühlwagen, zeichnete die Wägelisten ab für die Ware, die sie weiterverkaufte an andere Fischgeschäfte und Restaurants in der Region. Da- nach trank sie, wortlos wie die meisten, einen Kaffee in der Bar »Pescheria« oder dem »Roma« an der Riva Nazario Sauro.

aus dem Buch Im eigenen Schatten
Die wenigsten Fischer kamen aus alteingesessenen Triestiner Familien, der größte Teil stammte aus dem Süden, aus Immigrantenfamilien, die einst kamen, als die wirtschaftliche Lage dort katastrophal war und es für zu viele Leute zuwenig zu verdienen gab. Auswanderer aus Sizilien und Kampanien, einige von der Isola di Procida, der Insel im Nordwesten des Golfes von Neapel. Es war die erste Auswandererwelle. Viele gingen damals nach Argentinien oder nach Amerika, wie die Eltern des alten Galvano, andere versuchten ihr Glück in Norditalien oder reisten weiter nach Deutschland. Laurenti erkannte die Südländer auf den ersten Blick. Sie hatten die reiche Gestensprache ihrer Heimat beibehalten, die auch er in seiner Kindheit gelernt hatte, obwohl sie längst im breitesten Triestiner Dialekt und mit Verachtung von ihrer Arbeit sprachen.


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