Le pedocere



Vor der Küste sind lange Reihen von Bojen zu sehen, unterhalb derer die feinen Miesmuscheln im sauberen Wasser der Adria gezüchtet werden. Sie gehören zur typischen Speisekarte der Triestiner Restaurants, wo man sich beim Essen täglich zwischen der Vielfalt aus dem Meer und vom Land entscheiden muss (mehr darüber im kulinarischen Reisebuch „Triest – Stadt der Winde“).


aus dem Buch Im eigenen Schatten
»Das ist Giovanni Merlo aus Monfalcone. Ihm gehört die Muschelzucht dort«, sagte Sgubin und zeigte auf das durch unzählige farbige Tonnen markierte Feld, das bis gestern noch mit dem vorgeschriebenen Abstand zum Ufer vertäut gewesen war. Normalerweise war es genauso streng geometrisch verankert wie die Felder zur Linken und zur Rechten. Zehn Fässer breit und zwanzig lang, verbunden mit Tauen, die unter der Wasseroberfläche sich von Tonne zu Tonne zogen und an denen sich die Miesmuscheln fleißig vermehrten. Täglich wurde abgeerntet. Doch an diesem Morgen, das erkannte Laurenti auf den ersten Blick, war alles rettungslos zerstört, eingerissen von der Gewalt des hochmotorisierten Schiffs, die Taue verheddert und die Tonnen in einem wilden Durcheinander aufgehäuft. Die Möwen jagten laut schrei- end in Schwärmen darüber hin und stritten um die Beute, die für sie unerwartet aus dem Meer aufgetaucht war. Laurenti war fasziniert von dem gierigen, eifersüchtigen Spiel dieser Tiere, dem er unter anderen Bedingungen lange zuschauen konnte. Es schien, als hätten sie in ihrer unersättlichen Gier auch noch Freude am Mundraub und am Gesetz des Stärkeren.
»Das ist das Schiff, das meine Muscheln ruiniert hat«, rief Merlo schlechtgelaunt. »Ein unersetzbarer Schaden, ganz abgesehen von der Arbeit, die Zucht wiederaufzubauen. Wer erstattet mir das?«


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