Grundwasserquellen des Timavo



Eine besondere Stimmung umgibt die Mündung des sagenumwobenen, mythischen, unterirdischen Flusses Timavo (dt. Timavus) zwischen dem Schloss Duino und der Werftenstadt Monfalcone. Den Zeugnissen der antiken Schriftsteller zufolge, wurde dort ein Eingang zum Hades vermutet, andererseits war es einer der beiden Adriahäfen, von dem der Göttertränen verkörpernde Bernstein aus dem Baltikum ins antike Griechenland verschifft wurde. Vergil bezeichnet die Mündung des unterirdischen Flusslaufs als den Ort, an dem Antenor nach seinem Aufbruch von Troja landete bevor er die Stadt Padua begründete. Robert Ranke Graves hingegen belegt dort die Landung der Argonauten auf ihrer Jagd nach dem goldenen Vlies. In den unterirdischen Flussläufen aber lebt ein kleines weißes Tierchen, ein Grottenolm. Eine hunderttausende Jahre alte Spezies mit dem wissenschaftlichen Namen Proteus Anguinus Laurentii. Die Namensgleichheit mit dem Kommissar ist mehr als eine Metapher: beide verabscheuen Stress, der eine lebt im Abgrund, der andere (der Kommissar) schürft im Abgrund.


Sie erinnere sie an die Unterwelt, den Hades, als einer von dessen Eingängen die Mündung des unterirdischen Flusses Timavo ins Meer galt, ein paar Kilo- meter hinter Duino. Wo Diomedes und die Argonauten gelandet sein sollen auf ihrer Suche nach dem Goldenen Vlies und Antenor nach seiner Verbannung aus Troja, wenn Titus Livius und Vergil die Wahrheit sagten. Ganz in der Nähe hatten Laura und Proteo sich einst durch einen Zufall kennengelernt. Der junge, einzelgängerische Polizist hatte, neu in Triest, auf den vielen labyrinthischen Wegen zwischen der mediterranen Macchia des ehemaligen Parks, der zu Schloß Duino gehörte, seine Spaziergänge gemacht und versucht, seine Lebensperspektiven zu finden. Dreimal war er dabei einer jungen Frau begegnet, die wie er allein über die Pfade zwischen den Steineichen streifte und die ihm sehr gefiel. Ihre leuchtendgrünen Augen, ihre großen Brüste und die üppige Haarpracht waren ihm gleich beim ersten Mal aufgefallen, doch außer einem schüchternen »buongiorno« hatte er kein Wort über die Lippen gebracht. Nach einigen Metern hatte er sich umgedreht, um ihr nachzuschauen, doch war sie längst verschwunden.


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