Canal Grande, Triest



Der Kanal liegt im Herzen des Borgo Teresiano (Theresienviertel) und wurde in der Mitte des 18. Jahrhunderts angelegt. Kleinere Handelsschiffe legten dort an, die Gegend entwickelte sich rasch zum pulsierenden Zentrum der neuen Handelsstadt. Er zeugt heute sowohl von der Vergangenheit Triests wie auch von seiner Gegenwart und von seiner direkten Bindung ans Meer. Verschiedene Kirchen liegen dort, die von der kosmopolitischen Ausrichtung der Stadt erzählen, in der sich Händler aller Nationen niederließen. Der Kanal wird abgeschlossen von der katholischen Kirche Sant’Antonio Nuovo, die dem Heiligen aus Padua geweiht ist. Noch vorher steht die serbisch-orthodoxe Kirche San Spiridione mit ihrer blauen Kuppel. Und nur ein paar Schritte entfernt an der Uferstraße die griechisch-orthodoxe San Nicolò.

Den vorderen Teil des Kanals säumen schöne Paläste, wie der Palazzo Gopcevich, der von einem serbischen Kaufmann errichtet wurde, oder der Palazzo von Demetrio Carciotti, der aus Korfu stammte. Unzählige Handels- und Wohnhäuser alter Familien, die den Reichtum Triests kontinuierlich ausbauten.

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aus dem Buch Im eigenen Schatten
Vor einem Palazzo aus der Mussolini-Ära an der Kreuzung der Via Roma mit der Via Mazzini, in dem sich die Filiale der Deutschen Bank befand, hatten Orlando und Laurenti noch eine Weile geplaudert, bevor sie sich voneinander verab- schiedeten. Sie erregten sich über die Häßlichkeit der zwei Bronze-Skulpturen vor dem Gebäude, das so anders war als die üppigen Paläste in seiner Nachbarschaft, die vom ein- stigen immensen Reichtum Triests zeugten. Im Baustil ein bißchen Wien und ein bißchen Italien, ein bißchen Neoklassik, Byzanz und Jugendstil: eben Triest. Hohe schwere Ge- bäude aus der Zeit Maria Theresias, die dieses Stadtviertel streng geometrisch anlegen ließ. Im Canal Grande hatten noch bis in die zwanziger Jahre kleinere Handelsschiffe fest- gemacht, vorwiegend zwei- oder dreimastige Segler. Der nahegelegene Markt auf der Piazza Ponterosso muß einmal groß und üppig gewesen sein.

aus dem Buch Die Toten vom Karst
Proteo Laurenti überquerte die Riva Tre Novembre und ging am Canal Grande entlang, an dem heute nur noch kleine Fischerboote lagen, die winzig genug waren, damit ihre Eigner auch bei Flut unter der niedrigen Ponte Verde ins Meer hinausfahren konnten, wenn sie sich flach ins Boot legten. Laurenti ging gerne hier entlang.

aus dem Buch Die Toten vom Karst
Sie hakte sich bei ihm ein. Sie sprachen nicht mehr viel, als sie am Canal Grande entlanggingen, an dem die kleinen Fi- scherboote vertäut lagen und sich das Licht der Straßenlaternen im ruhigen Wasser spiegelte.


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